Mittwoch, 29. Mai 2019

Mai'19

🌱Projekt „Kleine Gärtner“🌻


Im Frühling wachsen, blühen und gedeihen um uns herum Bäume, Sträucher und Blumen. Das löst bei uns Wurzelwichten in den warmen Tagen im Freien besonders großes Interesse aus, die Umwelt zu erkunden. Der Garten und der Wald sind hierbei ein Paradies für die Sinne: Konzentriert beobachten wir die Pflanzen und Bäume, fühlen ihre Beschaffenheit oder riechen an ihnen. 



Auch das Ansäen der Kresse in unserer vorösterlichen Zeit begeisterte uns. Vor allem das tägliche Wachstum und die Verantwortung dafür machte uns richtig stolz. Deswegen entschied sich das Wurzelwichtel-Team dafür das Thema im Mai für ein Projekt aufzugreifen.  

Bei dem Projekt „Kleine Gärtner“ können wir viele Fähigkeiten lernen:
- Reihenfolge der Entwicklungsstadien einer Pflanze vom Samen bis zur Ernte genau erkunden
- Sammeln von sinnlichen Erfahrungen (Erde, Gerüche, Insekten, Geschmack…)
- Erfahrung: Was brauchen Pflanzen zum Überleben?
- Verantwortung für die Natur übernehmen: Pflanzen, Pflegen, Gießen, Ernten und Probieren
- Achtung für die Natur und das Leben
- Erfahrung: Es muss nicht alles aus dem Supermarkt gekauft werden, wir können es auch selbst anpflanzen
- Motorische Förderung – beim Einpflanzen ist Feinmotorik gefragt, der Garten bietet viele Bewegungsmöglichkeiten
- Gärtnern fördert die Kreativität: hier darf es auch richtig schmutzig zugehen
uvm.
Als Einstieg in das Thema stehen einige Kinderbücher zum Thema „Gärtnern“ und „Pflanzen“ in unserem Bücherregal. Neugierig blättern wir, bestaunen die Bilder oder möchten etwas daraus vorgelesen bekommen.

Auch das Einführen von neuen Liedern und Fingerspielen zum Thema Gärtnern ("Kleine Pflanze wachse hoch", "Hab ein Beet im Garten", "Wenn die Blumen wachsen"...) erweckt unsere Aufmerksamkeit.
Dann gehen wir in unseren Garten und erkunden die Umgebung hautnah. Wir suchen nach Pflanzen und Gewächsen und schauen uns das Hochbeet an. Dabei buddeln die ein oder anderen mit ihren Händen in der Erde und manche pflücken interessante Blumen. 





Die darauffolgenden Tage wollen wir natürlich das Wachstum einer Pflanze Schritt für Schritt selbst beobachten. Dazu eignen sich Bohnensamen, deren Wachstum schnell vorangehen. Zuerst einmal sehen wir uns einen solchen Samen genau an und befühlen ihn mit unseren Händen. Außerdem sehen wir uns Bilder an, was die nächsten Tage mit dem Samen passieren wird. 
Dann wollen wir ein Experiment wagen: Die Hälfte der Samen füllen wir in ein Glas und verschließen es. Die andere Hälfte füllen wir in ein weiteres Glas, gießen es mit Wasser voll und verschließen es ebenso. Dann heißt es einen Tag Geduld haben.
Am nächsten Tag sehen wir uns die Samen gemeinsam nochmal an und entdecken, dass die Samen im Wasser an Größe und Volumen zugenommen haben. Das finden wir sehr interessant! 
Um den Fortschritt gut sichtbar und auch im Nachhinein noch bestens beobachten zu können, entscheiden wir uns für das Anpflanzen der Samen in Gläsern und das Führen eines Bohnentagebuchs.  Wir brauchen dazu ein Glas, ein saugfähiges Haushaltstuch, Watte zum Ausstopfen und eine Fotokamera. Und schon legen wir los: Als erstes darf jeder von uns das Haushaltstuch in ein Glas hineindrücken. Dann kommt der schwierige Teil: Die Bohnensamen müssen mit Hilfe eines dünnen Stabes oder unseren kleinen Fingern zwischen Glaswand und Haushaltstuch gebracht werden. Dabei wählen wir einen Samen aus dem Glas ohne Wasser und einem aus mit Wasser. Mit ein bisschen Geduld und Hilfe ist das auch schnell erledigt. Dann das Glas noch mit Watte füllen, mit Wasser auffüllen und den Deckel halb verschließen. 
Nun heißt es: Das Glas auf die Fensterbank, damit die Pflanze genug Licht bekommt und abwarten.


Diese Wartezeit verschönern wir uns mit weiteren Angeboten passend zum Thema.
Bei einem Tanz mit bunten Chiffontüchern imitieren wir das Wachsen einer Blume. Zuerst ist das Tuch noch zerknüllt zwischen unseren Händen und noch nicht sichtbar. Dann öffnen wir unsere Hände langsam und das Tuch breitet sich immer mehr aus. Wie eine Blume weht sie dann im Wind. Diese und weitere pflanzenartigen Bewegungen bereiten uns viel Freude und fördern unsere Grobmotorik. 

Auch unsere Musikinstrumente kommen im Mai gerne zum Einsatz. Diesmal möchten wir damit das Wachsen einer Blume instrumentalisch nachspielen. Mit dem Klang der Trommeln für den Regen und den Klang der Triangel für die Sonne bringen wir unsere Pflanze musikalisch immer mehr zum Gedeihen. Um das das eigene Instrument an der richtigen Stelle einzusetzen, sind Konzentration und Hinhören gefragt. 
Da wir immer wieder gerne kreativ sind, möchten wir heute eine bunte Blumenwiese gestalten. Zum Drucken verwenden wir den Boden einer Plastikflasche, weil dieser einer Blume ähnelt. Mit bunten Farben und unserer Gestaltungsfreude entstehen viele bunten Blumen. 
Anja hat uns das Buch „Sam pflanzt Sonnenblumen“ mitgebracht. Sie erzählt uns daraus eine spannende Geschichte: Die Katze Sam mag die Sonne und möchte, dass sie jeden Tag scheint. Da schlägt ihm der Marienkäfer vor, Sonnenblumen zu pflanzen. Gesagt getan, Sam kauft Samen, pflanzt, gießt und pflegt alles und der Marienkäfer und der Regenwurm erklären ihm, wie es geht. Dabei erfährt Sam nebenbei noch eine Menge über Samen und Blumen.
Nebenbei können wir durch viele faszinierende Klappbilder noch einiges mehr über Pflanzensamen, Pflanzenwachstum und Blumen lernen.
Tagtäglich holen wir unser Bohnensamenglas im Morgenkreis in unsere Mitte und beobachten/fotografieren den Fortschritt. Schon nach 2 Tagen in unseren lichtdurchfluteten Räumen können wir einen kleinen grünen Keimling, der aus einem Samen herausragt, erkennen. Das ist der Samen, der zuvor in Wasser eingelegt war. Von Tag zu Tag wird dieser immer länger. Doch nach ein paar Tagen gedeiht auch der Samen, der nicht im Wasser war, nur langsamer. Das erstaunt uns und wird genauestens untersucht. Wenn die Pflanzen das Wasser aufgesaugt hat, gießen wir sie wieder, damit sie noch weiter wachsen können. 
Nach 8 Tagen im Glas nehmen wir die kleine Pflänzchen aus dem Glas und pflanzen sie gemeinsam in unser Hochbeet um. Wir helfen eifrig mit du heben mit der Schaufel ein Loch aus dem Beet. Wir füllen Gießkannen mit Wasser und schnell ist die Erde schön feucht. Jetzt können wir die Samen vorsichtig in die Erde drücken. Am Ende noch eine dünne Schicht Erde darüber. Noch einmal füllen wir die Gießkannen, damit wir die Erde noch einmal befeuchten können.
In den nächsten Wochen wollen sie weiter hegen und pflegen. Wir können direkt verfolgen, wie schnell die kleinen Pflanzen wachsen und sind fasziniert und  gespannt, wie es weitergeht. 
Als Erinnerung an unser Projekt darf jeder noch einen Kopf mit Kressesamen bestücken und gießen. Nach wenigen Tagen ist diese schon essbereit und kann mit nach Hause genommen und auf einem Brot verspeist werden. 

Im weiteren Verlauf möchten wir unser Beet mit noch anderen Samen bepflanzen, die wir selbst aussuchen dürfen. (Karotte, Schnittlauch,…) Hoffentlich können wir sie dann bald ernten und uns schmecken lassen. Ein gemeinsamer Besuch auf dem Erdbeerfeld, auf dem die Pflanzen viele rote Früchte hervorbringen, soll der Abschluss des Projektes werden.
Das waren für uns alle spannende und interessante Wochen, in denen wir unserem geborenen Entdeckergeist freien Lauf lassen konnten. Auch wenn das Gärtnern manchmal zur Herausforderung wurde (kalt/regnerisch/heiße Temperaturen/ Schnecken/ Unkraut…) verfolgten wir gemeinsam unser Ziel. Durch das hautnahe Pflanzen in der Natur wurde es für uns greifbarer, als in Büchern. Die Erfolgserlebnisse, wenn eine Pflanze durch unser Wirken groß geworden ist, macht uns als Gruppe einfach nur stolz und beflügelt unser Selbstbewusstsein.

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