Dienstag, 2. Juli 2019

Juni'19

👁👂Das bin ich🤚👄


Mit allen unseren Sinnen entdecken wir im Laufe des Krippenjahres die Welt um uns herum und auch uns selbst immer ein Stückchen mehr.  Vor allem Letzteres beschäftigt uns in den letzten Wochen zunehmend. Ob vor dem Spiegel, bei Puppen oder an anderen – unser Körper, sein Aussehen und seine Funktionen sind für uns alle faszinierend und werden tagtäglich zum Gesprächs- oder Spielinhalt.
Ein guter Grund, um das Thema „Mein Körper- Ich bin Ich“ als Projektthema aufzugreifen, um allen ausreichend Zeit zur Erforschung zu ermöglichen. Neben dem Kennenlernen unseres Körpers und unserer Sinne sollen unter den Mottos „Du und dein Körper, ihr gehört zusammen. Beiden soll es gut gehen, beide sind wichtig.“ und „Jeder Mensch ist einzigartig und egal wie er aussieht, jeder hat etwas ganz Besonderes zu bieten.“ unsere Persönlichkeit und unser Köpergefühl bzw. -bewusstsein positiv gestärkt werden. 
In unserer ersten Projektwoche Anfang Juni wollen wir uns zuerst das Äußere unseres Körpers genau ansehen. Im Morgenkreis steigt „Michl“ mit uns in das Thema ein. Gemeinsam sehen wir uns an aus welchen Teilen sein Körper besteht. Mit Liedern und Fingerspielen zum Thema entdecken wir unsere Körperteile musikalisch. Mit dem „Körperteil-Blues“, „das Lied über mich“, „Wo ist der Daumen?“ usw. haben wir jeden Morgen Bewegungsspaß. 



Verschiedene Körper bzw. Sinne- Bücher in unserem Bücherregal erwecken unser Interesse weiter.


Um das Aussehen unseres Körpers zu verdeutlichen, möchten wir von allen einen Körperumriss auf Papier anfertigen. Die Erzieher malen unsere Umrisse und wir stellen fest, dass sich bis auf die Größe alle ähnlich sehen.
Unsere Hautfarben sehen wir uns in diesem Zusammenhang ebenso an. Es gibt hellere, mittlere und dunkle Hauttypen. Und so malen wir unsere Papierkörper in unserer entsprechend ähnlichen Farbe an. In den nächsten Tagen und Wochen wollen wir diese mit weiteren Körperteilen vervollständigen.


Um einen genauen Blick auf bestimmte Körperteile zu bekommen, betrachten wir Bilder von Körpernahaufnahmen. Ohren, Augen, Mund, Haut, Nase… wie sehen Sie aus und wozu brauchen wir diese? All das versuchen wir gemeinsam zu klären. 


Auch das Körpermemory wird begeistert aufgenommen und in der Freispielzeit gerne damit gespielt.


Bei den Papierkörpern fiel uns auf, dass wir alle unterschiedlich groß sind, manche sind kleiner, andere größer. Meistens hängt das mit dem Alter zusammen. Um unsere Körpergröße genauer einschätzen und miteinander vergleichen zu können, wollen wir diese mit einer Schnur messen. Nebeneinander gelegt können wir die Unterschiede gut erkennen. Dann kleben wir sie in der Form einer Schnecke als Erinnerung für unser Portfolio auf ein Blatt Papier.

Damit wir unser Gesicht so oft wie möglich im vollen Umfang betrachten können, darf jeder der möchte einen Handspiegel mit einer eigenen Auswahl an Farben und Dekoartikeln gestalten. Diese werden anschließend im Krippenalltag und auch zu Hause gerne genutzt.

Als nächstes stehen Massagen auf dem Programm. Diese tun unserem Körper nämlich besonders gut. Hierbei hatten die Kinder im Garten Zeit sich selbst oder andere mit verschiedenen Massagegeräten (Igelbälle, -rollen...) zu massieren oder sich selbst massieren zu lassen. Das fühlt sich toll an, denn alle sind gerne in unserer Massagerunde dabei und genießen das Gefühl.

Eine erlebnisreiche erste Projektwoche liegt hinter uns. Mit immer noch großem Interesse an dem Thema wollen wir unser Augenmerk in Woche 2 auf unsere Füße, Hände und unser Gesicht mit all ihren Besonderheiten legen. 
Deswegen machen wir zuerst mit Fingerfarbe Abdrücke von unseren Händen und Füßen auf Papier mit Fingerfarbe. Diese schneiden wir mit Hilfe unserer Erzieher aus und kleben sie an den richtigen Stellen auf unseren Papierkörper. Der nimmt nun immer mehr Gestalt an, doch der Kopf fehlt noch. Deswegen schießen wir fleißig Fotos von unseren Gesichtern, drucken sie aus und kleben sie ebenfalls darauf. Jetzt können wir schon genaue Ähnlichkeiten mit uns erkennen.

In den nächsten Tagen erfahren wir was wir mit den auf den Papierkörpern ergänzten Körperteilen in unserem Leben anstellen können.
Unsere Beine ermöglichen es im Laufe unserer Entwicklung normalerweise uns so zu bewegen, wie wir möchten. Das probieren wir gleich mal aus. Auf dem Feldweg in Hagenhausen und in unserem Krippenhaus begutachten wir in verschiedenen Aufgabenstellungen genau, wer rennen, auf einem Bein stehen, hüpfen, rückwärtslaufen, Treppen steigen oder krabbeln kann. Für die tolle Mitmachbereitschaft wird am Ende jedem Kind ein Bewegungsdiplom für das Portfolio verliehen.  

Darüber hinaus können wir mit unseren Füßen und Händen rhythmische Musik machen. Mit viel Freude klatschen, stampfen, patschen und schnipsen wir im Kreis.
Als nächstes möchten wir uns mit unseren Sinnen beschäftigen. Eine Bilderbuchbetrachtung „Die 5 Sinne“ soll uns an diesen Themenpunkt heranführen. Danach dürfen wir unsere Sinne bei einem Sinneparcours selbst in Erfahrung bringen. 
Mit unseren Händen, Füßen und unserem gesamten Körper können wir fühlen. Ein Barfußpfad mit harten, weichen, stachligen und rauen Material ermöglicht uns ein besonderes Erlebnis. 
Doch mit unserer Haut können wir auch warm und kalt unterscheiden.  Die heißen Temperaturen im Juni ermöglichen uns eine Kneippanwendung. Ein Becken mit warmen Wasser und ein kleines Becken mit kalten Wasser sorgen für viel Spaß bei allen Beteiligten. Ersteres wird natürlich ganz klar bevorzugt und für Planschspaß in Benutzung genommen. 


Weiter ging es mit unseren Ohren, die wir zum Hören benötigen. In Kleingruppen hören wir verschiedene Tiergeräusche, die wir einigen Tieren zuordnen können. Danach produzieren wir selbst laute, leise, schnelle oder langsame Geräusche.
Auch unsere Nase hat in unserem Leben einiges zu tun. In abgeklebten Geruchsdosen verstecken sich unterschiedliche Lebensmittel (Zwiebel, Kaffee, Zimt, Putzmittel…), die wir mit unseren Schnuppernäschen in Erfahrung bringen. Einige duften gut, andere eher weniger.

In unserem Mund befindet sich die Zunge und mit dieser können wir schmecken. Das möchten wir auch mal ausprobieren, indem wir verschiedene Dinge kosten. Saure Gurken, Brezeln, Äpfel und noch einiges mehr demonstrieren uns verschiedene Geschmackrichtungen. Doch die sind von Mensch zu Mensch bekanntlich verschieden. Was dem einen super schmeckt, findet ein anderer nicht genießbar.


In der dritten und letzten Woche unseres Projektes möchten wir ins Innere unseres Körpers blicken. Dazu sehen wir uns als erstes ein Buch über einem Besuch beim Arzt an. Der Arzt hört mit einem Stethoskop das Herz seines kleinen Patienten ab und macht eine Röntgenaufnahme zur Begutachtung der Knochen. 
Ersteres möchten wir in unserer Runde gerne auch mal ausprobieren. Mit einem Stethoskop hören wir die Geräusche von Herz und Lunge bei uns selbst oder anderen Kindern ab. Über die lauten Töne staunen wir !
Doch welche Organe sind noch in unserem Körper und wie sehen diese eigentlich aus? Das sehen wir uns auf Bildern mal genau an. Herz, Luftröhre, Darm, Lunge – darüber erfahren wir mehr. Das darf auf unseren Papierkörpern natürlich auch nicht fehlen. Deshalb kleben wir die Organe mit ein wenig Hilfe auf die richtigen Stellen unseres Körpers auf. Fertig sind unsere Papierkörper, die nun unseren Treppenaufgang schmücken und an unsere tolle Projektzeit erinnern.
Röntgenbilder von unseren Körperteilen lassen uns noch ein bisschen mehr ins Innere unseres Körpers blicken. Wir finden es ganz schön spannend aus wie vielen Knochen und Organen sich unser Körper zusammensetzt und alles wird auf seine Art und Weise gebraucht.


Manchmal überrumpeln uns im Inneren unseres Körpers Gefühle. Traurig, Glücklich, Ängstlich, Wütend usw.: Wir alle haben es schon mal erlebt und drücken es auf unterschiedliche Weise aus. Eine Gefühlsuhr soll die Gesichtsausdrücke veranschaulichen. Gemeinsam versuchen wir zu analysieren, wie sich der Mensch mit dem jeweiligen Gesichtsausdruck fühlt. Das ist gar nicht so einfach, doch zusammen finden wir alles heraus. Und wie kann man sich in verschiedenen Gefühlslagen wieder am besten abreagieren? Dazu lernen wir verschiedene Strategien kennen. Danach lassen wir unseren Gefühlen bei dem Lied "Wenn du fröhlich bist, dann.." freien Lauf.


Zum krönenden Abschluss unseres Projektes dürfen wir uns bei einer Rasierschaum-Party mit Körper-Musik so richtig austoben und es mit fast allen Sinnen genießen. Ein Tisch besprüht mit Rasierschaum und Farbklecksen regt unsere Fantasie an. Es werden große Schaumberge geformt, im Schaum gemalt, der Körper damit beschmiert, die Farben miteinander vermischt und vieles mehr. Matschen mit Rasierschaum macht nicht nur riesig Spaß, es ist auch gut zur Förderung der Sinneskräfte und der Motorik.


Rückblicken können wir auf ein wirklich tolles Projekt, das uns allen viel Freude bereitet hat. Wir konnten vieles über uns lernen, entwickelten uns weiter, gewannen Selbstsicherheit und motorische Kompetenz, knüpften mehr Kontakt untereinander und nahmen alle für uns ein ganz eigenes erreichtes Ziel mit nach Hause.

Da nun das eigene Körperbewusstsein entfacht ist und wir nach einigen Angeboten mit dem Gespür für den eigenen Körper vertraut sind, möchten wir unser diesjähriges Sommerfest unter diesem Motto feiern. Darauf freuen wir uns schon sehr. 

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